„Was Sie noch sagen wollen“ ist der siebte und letzte Punkt der Umfrage von frei.raum.coesfeld, unter allen jungen Erwachsenen in Coesfeld die im Dezember gestartet ist, und es ist einer der interessantesten. Hier konnten die Umfrageteilnehmer*innen schreiben was sie wollten und das haben sie auch getan: Lob und Kritik am Fragebogen, motivierende und warnende Worte zum Projekt sowie ausführliche Glaubens- und Kirchenbiographien. Was ich derzeit lese, motiviert mich. Mit dem Projekt frei.raum.coesfeld sind wir auf einem guten Weg, auch weil wir erst einmal nachgefragt haben, wie ein Umfrageteilnehmer schreibt: „Die Polizei hält einmal im Monat eine Bürgersprechstunde ab, mein Telefonanbieter will viermal im Jahr wissen wie es mir so geht (und ob ich nicht noch mehr Geld ausgeben möchte) und mein Arbeitgeber lädt zum Mitarbeitergespräch – meine Kirche hat kein Interesse! […] Das haben Sie mit ihrem Projekt frei.raum.coesfeld bereits jetzt bei mir geändert. „Die Kirche“ interessiert sich für mich. Guck mal einer an!“

Im Rahmen der Umfrage habe ich ähnliche E-Mails, Anrufe, Briefe und Kurznachrichten bekommen. Junge Erwachsene haben die Umfrage auch als Kontaktangebot verstanden: „Ich habe viele (teils banal, teils sicher provokante) Fragen an „die Kirche“ aber habe bisher nie das Gefühl gehabt, dass es in der Kirche jemanden gibt den man Fragen könnte.“

Insofern war die Umfrage erfolgreich, auch wenn ich noch mitten in den Auswertungen stecke. Bisher kann ich sagen, dass die Rückmeldungen eher positiv sind. Das Projekt ist eine „tolle Idee“ und es ist „schön das hier mal was passiert“. Die Umfrageteilnehmer*innen berichten auch, aber selten von Kirchenfrust, nahezu alle wünschen sich jedoch, dass die Kirche anders, vor allem moderner wird und dass „die Kirche zu meinem Leben passt.“

Teilgenommen haben jungen Eltern, Paaren und Singles. Außerdem fällt auf, dass junge Erwachsene mit Behinderungen an der Umfrage teilgenommen haben. Insgesamt sind 240 Fragebögen ausgefüllt zurückgekommen. Mit einem Rücklauf von 9% ist das eine hohe Teilnahmequote für Umfragen dieser Art (bei 2694 Fragebögen). 100 junge Erwachsene wollen weiter über das Projekt informiert werden.

Derzeit tippe ich die Fragebögen ab. Für zehn Fragebögen brauche ich ca. 90 Minuten. Parallel sortiere ich O-Töne und formuliere erste Erkenntnisse und Konsequenzen für das Projekt frei.raum.coesfeld. Diese Arbeit soll im Mai abgeschlossen sein. Dann werden die Ergebnisse präsentiert, zunächst den jungen Erwachsenen, die an der Umfrage teilgenommen haben, dann den Pastoral-Teams, den Gremien der Pfarreien sowie allen Interessierten. Aber: frei.raum.coesfeld ist mehr als nur die Umfrage, die ist nur der Auftakt.

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