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Viele Angebote können zur Zeit nicht stattfinden. So auch die Treffen, die Pastoralreferent Daniel Gewand in seinem Projekt frei.raum.coesfeld organisiert. Deshalb startete der 37-Jährige eine anonyme Onlineumfrage unter jungen Erwachsenen. 40 Rückmeldungen hat er erhalten. „Die meisten kommen aus Coesfeld und viele sind zwischen 25 und 35 Jahre alt. Das ist eine gute Grundlage“, ist er zufrieden und ebenso dankbar.

Gemeinschaft kann analog und vor Ort zurzeit nicht stattfinden. Und genau diese Gemeinschaft vermissen viele der jungen Erwachsenen, die regelmäßig an den unterschiedlichen Treffen teilnehmen. „Der Austausch mit Bekannten und Unbekannten sowie eine erlebbare Gemeinschaft fehlt ihnen. Aber auch ein geregelter Alltag auf der einen Seite und eine Abwechslung auf der anderen Seite“, nennt er Rückmeldungen.

So überlegt der Pastoralreferent nun, was er in dieser Zeit anbieten und wie er auf die Rückmeldungen eingehen kann. „Das meiste wird nur digital funktionieren. Ich werde jetzt beispielsweise eine digitale Kaffeepause für diejenigen starten, die im Homeoffice sitzen, allein leben und einfach mal eben quatschen möchten“, nennt er ein Angebot, mit dem er kurzfristig beginnt. Jeweils dienstags (14., 21. und 28. April) öffnet er von 10 bis 11 Uhr die digitale Kaffeeküche als Videokonferenz. „Jeder kann kommen und gehen, wie es gefällt. Allerdings ist eine Anmeldung über Messenger oder Mail bei mir notwendig“, informiert er.

Ein weiteres analoges Format hat er bereits digital umgesetzt. „Es hat sehr gut funktioniert“, freut er sich. Statt am angestammten Treffpunkt kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von frei.raum.alltag im Internet zusammen. „Wie in der Schmiede sind wir bei Knabbereien, die jeder neben sich stehen hatte, zunächst locker ins Gespräch gekommen. Anschließend hat jeder den Ort gewechselt und eine Kerze angezündet. Gemeinsam haben wir gebetet, einen Bibeltext gelesen und darüber gesprochen. Zum Abschluss haben wir einen Psalm gebetet. Manche sind dann noch im Chat geblieben und haben miteinander geredet“, berichtet Gewand von der digitalen Premiere und fügt hinzu: „Jetzt kommt frei.raum.alltag wirklich bei ihnen in ihrem Alltag an – in ihrer Küche, in ihrem Wohnzimmer oder wo immer sie sich zuschalten.“

Aber der Projektleiter überlegt auch, was er fernab der digitalen Medien anbieten kann. „Ich habe in der Umfrage erfahren, wie schwierig es ist, neue Menschen kennenzulernen. Darüber habe ich mir gar keine Gedanken gemacht“, berichtet Gewand. Vielleicht sei eine Brief- oder Telefonaktion eine Möglichkeit, Interessierte in Kontakt zu bringen. Ebenso als analoges Angebot denkt er darüber nach, ob vielleicht ein inspirierender Stadtrundgang, den Interessierte draußen allein machen können, etwas sein könnte.

Auch wenn Gewand mit seinen Angeboten den Wunsch nach Beisammensein, Austausch und Kontakt ein wenig entsprechen kann, so lässt sich eines digital allerdings nicht erfüllen: die Sehnsucht nach Umarmungen von Freunden und der Familie.

Text: Michaela Kiepe, Bischöfliche Pressestelle Münster

Bild: anSICHThoch3 von pixabay.de